Macarons Rezept: Schritt für Schritt zu glatten Schalen mit Füßchen

Macarons brauchen nur vier Zutaten, aber Präzision: Waage, richtige Mandelmehl-Sorte, die passende Teigkonsistenz und ein Ofen, dessen echte Temperatur du kennst.

Aktualisiert am · 4 Min. Lesezeit · Redaktion mandelmehl.com

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Kurz gesagt

Für französische Macarons mischst du 100 g extra feines, blanchiertes Mandelmehl mit 100 g Puderzucker (Tant pour tant) und hebst beides unter eine Meringue aus 75 g Eiweiß und 75 g Zucker. Entscheidend sind die richtige Makronage (lavaartige Konsistenz), 30–60 Minuten Trocknen und das Backen bei 150 °C Ober-/Unterhitze für 15–17 Minuten.

Welches Mandelmehl für Macarons?

Bei keinem Gebäck macht die Mandelmehl-Sorte so viel aus wie bei Macarons. Du brauchst vollfettes, blanchiertes und extra fein gemahlenes Mandelmehl. Blanchiert, weil die braune Haut als Sprenkel auf der Oberfläche sichtbar bleibt und die Farben verfälscht (siehe blanchiert oder natur). Extra fein, weil grobe Partikel die glatte, glänzende Oberfläche zerstören. Eine Übersicht der Körnungen findest du unter Mandelmehl-Feinheit.

Entöltes Mandelmehl funktioniert hier nicht: Es entzieht der Meringue Feuchtigkeit, die Masse wird fest und die Schalen reißen. Welche Produkte sich bewährt haben und worauf du beim Kauf achten solltest, steht ausführlich im Ratgeber Mandelmehl für Macarons.

Seba Garden Mandelmehl extra fein, blanchiert, 1 kg (Kalifornien)

vollfettextra fein1 kg

Extra fein und blanchiert – die Körnung, die Macarons eine glatte Oberfläche gibt.

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Französische oder italienische Meringue?

Dieses Rezept nutzt die französische Meringue: Eiweiß wird roh mit Zucker aufgeschlagen. Sie braucht kein Thermometer und ist für eine Ladung zu Hause gut beherrschbar, reagiert aber empfindlicher auf Fehler bei der Makronage.

Die italienische Methode ist stabiler und verzeiht mehr: 150 g Mandelmehl und 150 g Puderzucker mit 55 g Eiweiß zu einer Paste verrühren. 150 g Zucker mit 40 g Wasser auf 118 °C kochen und in dünnem Strahl in weitere 55 g halbsteif geschlagenes Eiweiß gießen, kalt schlagen, dann in zwei Portionen unter die Paste heben. Trocknen und Backen wie unten. Sie lohnt sich, wenn du große Mengen oder kräftige Farben backst.

Rezept: Macarons

glutenfreivegetarisch

Vorbereitung
45 Min.
Backen/Garen
32 Min.
Ruhezeit
1 Std.
Gesamt
2 Std. 17 Min.
Menge
ca. 25 Macarons (50 Schalen, Ø 3,5 cm)
Schwierigkeit
anspruchsvoll

Zutaten

Für die Schalen (Tant pour tant)

  • 100 g Mandelmehl, extra fein, blanchiert
  • 100 g Puderzucker
  • 75 g Eiweiß (ca. 2–3 Eier Größe M), zimmerwarm
  • 75 g feiner Zucker
  • 1 Prise Salz
  • Gel-Lebensmittelfarbe nach Wunsch (keine flüssige Farbe)

Für die Ganache

  • 120 g Zartbitterschokolade (55–70 %), fein gehackt
  • 100 g Sahne (30 % Fett)

Du brauchst

Zubereitung

  1. Ganache vorbereiten: Sahne aufkochen, über die Schokolade gießen, 1 Minute stehen lassen und glatt rühren. Mit Folie direkt auf der Oberfläche abdecken und mindestens 2 Stunden bei Raumtemperatur fest werden lassen.
  2. Tant pour tant: Mandelmehl und Puderzucker im Blitzhacker 3–4 × je 5 Sekunden pulsieren (nicht länger, sonst tritt Öl aus) und durch ein feines Sieb streichen. Grobe Reste (max. 5–10 g) aussortieren.
  3. Eiweiß mit Salz auf mittlerer Stufe schaumig schlagen. Zucker in drei Portionen einrieseln lassen und auf hoher Stufe weiterschlagen, bis eine glänzende, schnittfeste Meringue mit steifen Spitzen entsteht (ca. 6–8 Minuten). Farbe in der letzten Minute zugeben.
  4. Makronage: Die Hälfte der Mandel-Zucker-Mischung zur Meringue geben und mit einem Teigschaber unterheben. Restliche Mischung zugeben und weiter falten, dabei die Masse immer wieder an der Schüsselwand flach streichen.
  5. Konsistenz prüfen: Die Masse soll zähflüssig wie Lava vom Schaber fließen und sich in einem Band ablegen lassen, das du in eine Acht legen kannst, ohne dass es abreißt. Das Band verschwindet nach 10–20 Sekunden in der Oberfläche. Lieber zwei Züge zu wenig als einen zu viel.
  6. Masse in einen Spritzbeutel mit 10-mm-Lochtülle füllen. Senkrecht von oben Kreise mit 3,5 cm Durchmesser auf Backmatte oder Backpapier spritzen, 2 cm Abstand halten.
  7. Blech 3–4 Mal kräftig auf die Arbeitsfläche schlagen, sichtbare Luftblasen mit einem Zahnstocher aufstechen.
  8. Schalen 30–60 Minuten bei Raumtemperatur trocknen lassen, bis sich beim leichten Antippen eine nicht mehr klebrige Haut gebildet hat. Währenddessen Ofen auf 150 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  9. Ein Blech nach dem anderen auf der mittleren Schiene 15–17 Minuten backen. Die Schalen sind fertig, wenn sie sich beim Antippen nicht mehr auf den Füßchen hin- und herbewegen.
  10. Vollständig auskühlen lassen, dann ablösen. Gleich große Schalen paaren, Ganache aufspritzen, zusammensetzen und 24 Stunden abgedeckt im Kühlschrank durchziehen lassen.
Nährwerte pro gefülltem Macaron (berechnet, Richtwerte)
Energieca. 92 kcal
Kohlenhydrateca. 9.4 g
Eiweißca. 1.6 g
Fettca. 5.1 g
Ballaststoffeca. 0.8 g

Die kritischen Schritte im Detail

Tant pour tant

„Tant pour tant“ heißt gleich viel Mandelmehl wie Puderzucker. Das gemeinsame kurze Mixen verteilt den Puderzucker um die Mandelpartikel und verhindert, dass Öl austritt. Mixt du zu lange, entsteht eine feuchte, klumpige Masse – die Schalen bekommen dann Ölflecken und Risse.

Makronage

Beim Unterheben schlägst du gezielt einen Teil der Luft aus der Meringue. Zu wenig gefaltet bleibt die Masse steif, die Schalen haben Spitzen und eine raue Oberfläche. Zu viel gefaltet läuft sie flach aus, und die Füßchen fehlen. Prüfe nach jeweils 5 Zügen den Acht-Test: Das Band muss sich ohne Abreißen legen und nach 10–20 Sekunden glatt verlaufen.

Trocknen

Die Haut, die sich beim Trocknen bildet, zwingt den Dampf beim Backen nach unten – so entstehen die typischen Füßchen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit kann das bis zu 90 Minuten dauern. Tippe vorsichtig mit dem Finger: Bleibt nichts kleben, ist es Zeit.

Ofen

Haushaltsöfen weichen oft um 10–20 °C von der Anzeige ab. Ein Ofenthermometer ist für Macarons die wichtigste Anschaffung nach der Küchenwaage. Bei Umluft backst du bei 135–140 °C. Ein leeres Blech auf der Schiene darunter schützt vor zu starker Unterhitze.

Fehlertabelle: Wenn Macarons nicht gelingen

ProblemHäufigste UrsacheLösung
Hohle SchalenOfen zu heiß, Meringue zu stark geschlagen, zu kurz gebacken10 °C niedriger, 2 Min. länger backen, Meringue nur bis steife Spitzen schlagen
Keine FüßchenZu kurz getrocknet, Masse zu flüssig (Übermakronage)Bis zur trockenen Haut warten, weniger falten
Risse auf der OberflächeZu wenig getrocknet, Luftblasen, zu starke UnterhitzeLänger trocknen, Blech klopfen, Doppelblech
Spitzen bleiben stehenZu wenig makroniert2–3 Züge mehr falten
Schief ausgelaufene FüßchenUngleichmäßige Hitze, Umluft zu starkOber-/Unterhitze, Blech nach halber Zeit drehen
Kleben an der MatteNicht durchgebacken oder warm abgelöst1–2 Min. länger backen, vollständig auskühlen lassen
Fleckige, ölige OberflächeMandelmehl zu lang gemixt oder zu grobNur kurz pulsieren, extra feines Mehl sieben
Braune SchalenZu heiß gebackenTemperatur senken, Alufolie aufs obere Gitter

Allgemeine Ursachen für Probleme mit Mandelgebäck findest du unter Backfehler mit Mandelmehl.

Füllungen und Variationen

Für eine zuckerreduzierte Variante ersetzt du den Puderzucker durch Erythrit-Puder und behältst den Zucker in der Meringue. Ganz ohne Zucker werden die Schalen flach und brüchig – mehr dazu unter Backen mit Erythrit. Macarons bleiben eine Süßigkeit und sind kein Low-Carb-Gebäck.

Aufbewahren

Ungefüllte Schalen halten in einer Dose bei Raumtemperatur 3–4 Tage oder eingefroren 3 Monate. Gefüllte Macarons lagerst du im Kühlschrank in einer luftdicht schließenden Dose 3–5 Tage. Am zweiten Tag ist die Textur am besten: außen leicht knusprig, innen zart-chewy. Restliches Eigelb verwendest du für Vanillekipferl, und wenn noch Eiweiß übrig ist, passen Financiers oder Amaretti.

Häufige Fragen

Warum sind meine Macarons innen hohl?
Meist ist der Ofen zu heiß, die Meringue zu stark aufgeschlagen oder die Schalen sind zu kurz gebacken. Senke die Temperatur um 10 °C, backe 2 Minuten länger und schlage die Meringue nur bis zu steifen, glänzenden Spitzen.
Kann ich gemahlene Mandeln aus dem Supermarkt für Macarons nehmen?
Nur wenn du sie mit dem Puderzucker fein mixt und siebst. Grobe Körnung und Mandelhaut machen die Oberfläche körnig und fleckig. Besser ist extra fein gemahlenes, blanchiertes Mandelmehl, siehe Mandelmehl für Macarons.
Muss ich das Eiweiß altern lassen?
Nein, es ist hilfreich, aber kein Muss. Eiweiß, das 24–48 Stunden abgedeckt im Kühlschrank stand, verliert etwas Wasser und schlägt stabiler auf. Wichtig ist vor allem, dass es zimmerwarm und frei von Eigelb ist.
Kann ich Macarons mit Erythrit backen?
Nur eingeschränkt. Erythrit stabilisiert die Meringue schlechter, die Schalen werden flacher und brüchiger. Der verlässlichste Kompromiss: Puderzucker durch Erythrit-Puder ersetzen, den Zucker in der Meringue behalten.
Wie lange halten gefüllte Macarons?
Im Kühlschrank in einer geschlossenen Dose 3–5 Tage, eingefroren bis zu 3 Monate. Am besten schmecken sie nach 24 Stunden Durchziehen, 20 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen.