Mandelmehl Protein: Eiweißgehalt je Sorte, Qualität und Einsatz im Sport

Stark entöltes Mandelmehl besteht fast zur Hälfte aus Eiweiß. Wie gut dieses Protein ist, wo seine Grenzen liegen und wie du es sinnvoll kombinierst, erfährst du hier.

Aktualisiert am · 5 Min. Lesezeit · Redaktion mandelmehl.com

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Kurz gesagt

Mandelmehl enthält je nach Sorte 20–25 g (vollfett), 30–40 g (teilentölt) oder 40–50 g Eiweiß pro 100 g (stark entölt) – zwei- bis viermal so viel wie Weizenmehl. Die Proteinqualität ist begrenzt, weil Lysin knapp ist. Kombiniert mit Ei, Quark oder Hülsenfrüchten wird daraus eine wertvolle Eiweißquelle.

Eiweißgehalt je Sorte

MehlEiweiß / 100 gEiweiß in 30 gEiweiß pro EL (7,5 g)Anteil an der Energie
Vollfett / gemahlene Mandeln20–25 g6–7,5 gca. 1,7 gca. 15 %
Teilentölt30–40 g9–12 gca. 2,6 gca. 30–35 %
Stark entölt40–50 g12–15 gca. 3,4 gca. 45–55 %
Weizenmehl Type 40510–11 gca. 3 gca. 0,8 gca. 12 %
Kokosmehl17–20 g5–6 gca. 1,4 gca. 20 %

Der Sprung kommt durch das Entölen zustande: Wird Fett abgepresst, bleibt das Eiweiß vollständig im Presskuchen und macht anschließend einen viel größeren Anteil aus. Für eiweißbetontes Backen ist entöltes Mehl daher die erste Wahl. Was die Sorten sonst unterscheidet, erklären Entöltes Mandelmehl und Teilentöltes Mandelmehl.

Im Vergleich zu anderen Eiweißquellen

Lebensmittel (100 g)Eiweißkcal
Stark entöltes Mandelmehl40–50 g320–380
Teilentöltes Mandelmehl30–40 g380–480
Hähnchenbrustfilet, rohca. 23 gca. 110
Gemahlene Mandeln20–25 g580–630
Hühnereica. 13 gca. 140–155
Magerquarkca. 12 gca. 70
Haferflockenca. 13 gca. 370

Pro 100 g schneidet entöltes Mandelmehl hervorragend ab. Pro 100 kcal sieht es anders aus: Magerquark liefert rund 17 g Eiweiß pro 100 kcal, stark entöltes Mandelmehl etwa 13 g, gemahlene Mandeln nur knapp 4 g. Wer Eiweiß bei möglichst wenig Energie sucht, sollte deshalb nicht auf vollfette gemahlene Mandeln setzen.

Proteinqualität: das Aminosäurenprofil

Mandeln enthalten alle unentbehrlichen Aminosäuren, allerdings nicht in idealem Verhältnis. Die limitierende Aminosäure ist Lysin: Mandelprotein enthält etwa 27–30 mg Lysin pro Gramm Eiweiß, das Referenzmuster der WHO für Erwachsene liegt bei 45 mg. Lysin erreicht damit nur rund 60–65 % des Referenzwerts. Auch die schwefelhaltigen Aminosäuren (Methionin, Cystein) sind eher knapp.

Stark vertreten ist dagegen Arginin: Mandeln gehören zu den argininreichsten Lebensmitteln. Auch Leucin, das für den Muskelstoffwechsel wichtig ist, ist in ausreichender Menge vorhanden.

In Bewertungssystemen wie dem PDCAAS, der Aminosäurenprofil und Verdaulichkeit kombiniert, landen Mandeln deshalb deutlich unter Ei, Milch oder Soja. Das ist kein Grund, auf Mandelprotein zu verzichten – es bedeutet nur, dass es nicht die einzige Eiweißquelle sein sollte.

So ergänzt du Mandelmehl sinnvoll

Lysinreiche Lebensmittel gleichen die Schwäche aus. Die gute Nachricht: Viele Mandelmehl-Rezepte machen das bereits automatisch.

  • Eier: Fast jedes Low-Carb-Brot und jeder Kuchen mit Mandelmehl enthält mehrere Eier.
  • Milchprodukte: Quark, Hüttenkäse, Joghurt oder geriebener Käse in Brötchen, Pizzaboden oder Pancakes.
  • Hülsenfrüchte: Lupinenmehl oder Kichererbsenmehl ergänzen Mandelmehl auch geschmacklich gut, siehe Mandelmehl vs. Lupinenmehl.
  • Vegan: Soja (Tofu, Sojadrink) oder Erbsenprotein kombinieren – Tipps dazu unter Vegan backen mit Mandelmehl.

Die Kombination muss nicht im selben Bissen stattfinden; es genügt, wenn die Lebensmittel über den Tag verteilt gegessen werden.

Mandelmehl vs. Mandelproteinpulver

Mandelproteinpulver ist im Prinzip besonders stark entöltes und besonders fein vermahlenes Mandelmehl. Die Grenze ist fließend; manche Produkte unterscheiden sich vor allem im Namen.

Stark entöltes MandelmehlMandelproteinpulver
Eiweiß / 100 g40–50 gje nach Produkt etwa 45–60 g
Feinheitmehlig, leicht körnigmeist sehr fein
Typischer EinsatzBrot, Brötchen, Pizzaboden, KekseShakes, Joghurt, Porridge, Proteinriegel
Backverhaltengut, bindet viel Flüssigkeitteils trocken, nur anteilig im Teig

Zum Backen reicht entöltes Mandelmehl völlig aus. Den ausführlichen Vergleich mit Kauftipps findest du unter Mandelmehl vs. Mandelprotein.

bioKontor Bio-Mandelmehl, teilentölt, 1 kg (ca. 31 % Protein)

teilentöltBio1 kg

Teilentöltes Bio-Mandelmehl mit ca. 31 % Protein laut Hersteller – ein guter Mittelweg, wenn du mehr Eiweiß willst, aber noch etwas Mandelgeschmack im Gebäck behalten möchtest.

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Was das Eiweiß beim Backen bewirkt

Der hohe Eiweißanteil prägt auch das Backverhalten – vor allem bei entöltem Mehl:

  • Schnellere Bräunung: Eiweiß und der natürliche Zucker der Mandel reagieren in der Hitze miteinander (Maillard-Reaktion). Backe deshalb bei 160–175 °C und decke Brot nach etwa zwei Dritteln der Backzeit ab.
  • Mehr Flüssigkeitsbedarf: Eiweiß und Ballaststoffe binden Wasser. Entöltes Mehl braucht 20–30 % mehr Flüssigkeit als gemahlene Mandeln.
  • Festere Krume: Mandelprotein bildet anders als Gluten kein elastisches Netz. Struktur entsteht erst im Zusammenspiel mit Eiern und Bindemitteln wie Flohsamenschalen (siehe Bindemittel).
  • Trockeneres Ergebnis bei zu viel Protein: Rezepte, die nur stark entöltes Mehl verwenden, werden schnell strohig. Eine Mischung mit vollfettem Mehl oder etwas Quark hält das Gebäck saftig.

Die Eiweißmenge selbst verändert sich beim Backen kaum. Für die Nährwertberechnung eines Rezepts kannst du die Werte der rohen Zutaten addieren.

Mandelmehl im Sport

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen 0,8 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag (ab 65 Jahren 1,0 g). Für Kraft- und Ausdauersportler werden in der Sporternährung häufig 1,2–2,0 g pro Kilogramm genannt. Für eine 75 kg schwere Person entspricht das etwa 90–150 g Eiweiß pro Tag.

Rechenbeispiel: Wie viel trägt Mandelmehl bei?

  • 2 Scheiben Eiweißbrot mit stark entöltem Mandelmehl, Eiern und Quark: ca. 15–20 g Eiweiß
  • 3 Mandelmehl-Pancakes mit 40 g teilentöltem Mehl und 2 Eiern: ca. 26–28 g Eiweiß
  • Porridge mit 20 g stark entöltem Mandelmehl, Leinsamen und Joghurt: ca. 15–18 g Eiweiß

Mandelmehl ist damit ein nützlicher Baustein, besonders in Backwaren, die sonst kaum Eiweiß liefern. Als alleinige Proteinquelle nach dem Training ist es wegen des Lysinprofils weniger gut geeignet als Milch, Quark oder ein Mix aus pflanzlichen Proteinen. Rezeptideen: Eiweißbrot, Fluffige Pancakes und Low-Carb-Porridge.

Tipp

Ersetze in Brotrezepten einen Teil der gemahlenen Mandeln durch stark entöltes Mandelmehl. Pro 50 g Tausch gewinnst du rund 10–12 g Eiweiß und sparst etwa 120 kcal. Plane dafür etwas mehr Flüssigkeit ein (ca. 20–30 % mehr bezogen auf das ausgetauschte Mehl).

Wann du vorsichtig sein solltest

Für gesunde Menschen ist eine eiweißreiche Ernährung im üblichen Rahmen unproblematisch. Bei einer Nierenerkrankung sieht das anders aus: Hier können sowohl die Eiweißmenge als auch der hohe Gehalt an Phosphor und Kalium in entöltem Mandelmehl relevant sein. Sprich in diesem Fall vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft. Bei einer Nussallergie kommt Mandelprotein ohnehin nicht infrage – Alternativen findest du unter Mandelallergie.

Häufige Fragen

Welches Mandelmehl hat am meisten Eiweiß?
Stark entöltes Mandelmehl mit etwa 8–14 % Restfett. Es liefert 40–50 g Eiweiß pro 100 g, teilentöltes 30–40 g, vollfette gemahlene Mandeln 20–25 g. Den genauen Wert nennt die Nährwerttabelle der Packung.
Ist Mandelprotein ein vollständiges Protein?
Nein. Mandeln enthalten zwar alle unentbehrlichen Aminosäuren, aber zu wenig Lysin. Kombiniert mit Ei, Milchprodukten oder Hülsenfrüchten steigt die Proteinqualität der Mahlzeit deutlich.
Kann ich Mandelmehl in einen Proteinshake geben?
Das geht, wird aber leicht sandig, weil Mandelmehl nicht so fein vermahlen ist wie Proteinpulver. Für Shakes eignet sich Mandelproteinpulver besser; Mandelmehl spielt seine Stärken beim Backen aus.
Wie viel Eiweiß hat eine Scheibe Eiweißbrot mit Mandelmehl?
Je nach Rezept etwa 6–10 g pro Scheibe von 50–60 g. Ein großer Teil stammt dabei aus Eiern, Quark und Saaten, nicht nur aus dem Mandelmehl.